JWM 2018 – oder eine Erkältung zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt

JWM 2018 – oder eine Erkältung zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt

Es grenzte an ein Wunder, dass der 1. Teil der Schweizermeisterschaften 2018 in Steg wie geplant durchgeführt werden konnte, denn bei der Streckenbesichtigung am Freitag fanden wir Athleten mehr Steine denn Schnee vor. Über Nacht verwandelten die Organisatoren die Rennstrecke jedoch in eine ansprechende Loipe und so stand einem gelungenen SM-Wochenende nichts mehr im Weg.

Beim Einzelstart-Rennen über 10 km Klassisch am Samstag wollte ich ums Podest mitkämpfen und mir eine gute Ausgangslage für Sonntag schaffen. Nach ansprechendem Start verlor ich gegen Schluss leider noch einige Sekunden und so erreichte ich das Ziel als undankbarer Vierter. -> Rangliste 10 km Klassisch

Am Sonntag stand das Verfolgungsrennen über 10 km Skating auf dem Programm, wo ich 1:10 Minuten nach dem Führenden ins Rennen stieg. Immerhin konnte ich diesen Rückstand vom Vortag dank der drittbesten Laufzeit bis ins Ziel um ca. 15 Sekunden verkleinern, doch in der Endabrechnung reichte es mir erneut nur auf den 4. Rang. -> Rangliste 10 km Skating

Die zwei vierten Ränge an den Schweizermeisterschaften waren sicher nicht puttygen , was ich mir erhofft hatte. Doch im Hinblick auf die Junioren-Weltmeisterschaften waren sie wertvolle Selektions-Resultate und bestätigten mein Gefühl von den Rennen in Campra, auf dem richtigen Weg zu sein.

Direkt im Anschluss an die Schweizermeisterschaften reiste ich mit dem Swiss-Ski Team von Steg nach Ulrichen, um während einer Woche auf den WM-Strecken im Goms zu trainieren. Es war ein gelungenes Trainingslager mit haufenweise Schnee, sodass wir kurzzeitig sogar eingeschneit und von der Umwelt abgeschnitten waren. Am Dienstag derselben Woche bekam ich die Nachricht, offiziell für die JWM selektioniert zu sein, was mich nach dem harzigen Saisonstart natürlich riesig freute.
Mit der Gewissheit einer steigenden Formkurve kehrte ich ins Engadin zurück und versuchte, in der letzten Woche vor den Weltmeisterschaften viel Energie zu tanken. Während den letzten Trainings im Engadin hatte ich ein super Gefühl und fühlte mich ready für meine drei Einsätze: 10 km Klassisch , 20 km Skiathlon und die Staffel zum Abschluss.

Doch im Goms kam alles anders: Bereits am Montag spürte ich erste Anzeichen einer Erkältung und so überlegte ich mir, ob ich am Dienstag überhaupt zum 10 km Wettkampf starten sollte. Falls ich mich beim Einlaufen fit genug fühlte, wollte ich es versuchen. Der 63. Rang mit 3:39.5 Minuten Rückstand sagt wohl deutlich genug, dass dieses Rennen für mich eines zum Vergessen war… -> Rangliste 10 km Klassisch

Im Hinblick auf den Skiathlon vom Donnerstag war ich also doppelt gefordert: Auf körperlicher Ebene wollte ich so schnell wie möglich gesund werden und mental galt es gleichzeitig, diese Schlappe zu verdauen und mich auf die neue Chance einzustimmen. Jedenfalls im Kopf fühlte ich mich bereit für die harten 20 Kilometer des Skiathlons, welcher ein Massenstart über 10 km Klassisch plus 10 km Skating mit Skiwechsel ist. Auf den ersten zwei von vier Klassisch-Runden konnte ich noch einigermassen mithalten, doch dann verschwand meine Power Schritt für Schritt. Zusätzlich hatte ich auch noch mit Seitenstechen zu kämpfen, was mir bisher während einem Rennen noch nie passiert ist. Nach dem Wechsel auf die Skating-Skis bei Kilometer 10 fühlte ich mich zwar wieder etwas besser, hatte als 57. aber bereits über 3 Minuten Rückstand auf die Schnellsten. Trotz Muskelkrämpfen konnte ich mich auf dem Skating-Abschnitt noch auf den 44. Rang verbessern und als zweitbester Schweizer ins Ziel laufen. -> Rangliste 20 km Skiathlon

Beim Staffelwettkampf am Sonntag konnten wir 4 Schweizer Jungs den 5. Rang aus dem Vorjahr nicht ganz bestätigen und liefen auf Platz 9. -> Rangliste Staffel

Pünktlich zur Rückkehr nach Hause wurde ich dann doch noch krank. Der virale Infekt, den ich sehr wahrscheinlich schon die ganze letzte Woche mitschleppte, ist nun mit etwas Verspätung ausgebrochen. Krank zu sein ist zwar nie schön, doch in meinem Fall hilft es, die JWM-Resultate einordnen zu können. Ganz offensichtlich war ich bei allen drei Rennen im Goms nicht im Vollbesitz meiner Kräfte und auf diesem hohen internationalen Niveau entscheiden wenige Prozente über ein gutes oder schlechtes Rennen. Insgesamt waren diese Junioren-Weltmeisterschaften 2018 für mich eine grosse verpasste Gelegenheit, insbesondere da die Vorzeichen so gut gestanden hatten. Trotzdem habe ich das Beste aus einer schwierigen Situation gemacht und viel daraus gelernt. Neue Chancen kommen bestimmt!

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