Junioren-Weltmeisterschaften in den USA!

Junioren-Weltmeisterschaften in den USA!

Tja, wie schnell die Zeit vergeht – heute sitze ich bereits wieder im Flieger zurück in die Schweiz. Neben einem Koffer voll mit stinkender Wäsche und tonnenweise Langlauf-Equipment darf ich vor allem viele Eindrücke und wunderschöne Erfahrungen mit nach Hause nehmen!

Nach einer wirklich langen, rund 30-stündigen Reise erreichte ich mit dem Swiss-Ski-Team am 24. Januar 2017 das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Glücklicherweise passte sich meine innere Uhr innert wenigen Tagen an die Zeitverschiebung von 8 Stunden und an das Klima im auf etwa 1800 m ü. M. gelegenen Wettkampfgelände Soldier Hollow nahe Park City (Utah, USA) an. Während einige Teamkollegen den Sprint-Wettkampf bestritten, konzentrierte ich mich persönlich auf die Distanz-Wettkämpfe. Mein Programm sah folgendermassen aus:

01. Februar 2017: Einzelstart Skating 10 km
03. Februar 2017: Skiathlon Klassisch 10 km + Skating 10 km
05. Februar 2017: Staffel 4×5 km

Wir sind alle wunderbar gesund und freuen uns riesig auf unsere einmalige Chance hier in Übersee! Hoffentlich beflügelt uns der sensationelle Erfolg von Roger Federer, den wir natürlich auch begeistert verfolgt haben, noch zusätzlich 🙂

Zu diesem Zeitpunkt wartete ich also noch auf meinen ersten Einsatz. Und warten musste ich auch auf meine Skis und Stöcke! Der Skisack mit meinem ganzen Langlauf-Material war als einziger der Schweizer Delegation auch nach einer Woche noch nicht am Flughafen in Salt Lake City angekommen und mein erster Einsatz war nur zwei Tage entfernt. Deshalb plante ich, Skis von Kollegen derselben Skimarke zu laufen und einen zu langen Stock eines Betreuers auf meine Länge zuzuschneiden. Schlussendlich war die ganze Aufregung umsonst, denn tatsächlich traf mein Material am Abend vor meinem ersten Wettkampf ein. Bei diesem Rennen über 10 km Skating Einzelstart konnte ich den 22. Rang erreichen! Rangliste 10 km Skating

Ich startete bewusst kontrolliert in mein erstes Weltmeisterschafts-Rennen, um auf der zweiten Streckenhälfte noch einige Energie-Reserven zu haben. Und trotzdem ist es wichtig, in der Startphase nicht allzu viel Zeit auf die Schnellsten zu verlieren. Ich fand eine gute Mischung aus Angriff und konstant laufen und erreichte den 22. Rang. JUHUJ !

Anschliessend hatten wir einen eher ruhigen Tag, bevor am Freitag der Skiathlon über 10 km Klassisch + 10 km Skating auf dem Programm stand. Nach einem etwas missratenen Start konnte ich ab Rennhälfte noch aufdrehen und auf den 25. Rang laufen. Rangliste Skiathlon

Während in der Startphase ein grosses Gedränge im Feld herrschte und ich etwas Mühe mit den vielen Rhythmuswechseln hatte, fand ich im Skating-Teil mehr Platz vor und konnte viele Plätze gut machen! Dieser Skiathlon-Wettkampf hat mir gezeigt, wie viel für mich möglich ist, wenn ich mich in Zukunft im Klassisch noch steigern kann.

Nun hiess es wiederum, sich so schnell wie möglich zu erholen für den Staffel Wettkampf am Sonntag. Dort war Livio Matossi als Startläufer im Einsatz und er meisterte diese anspruchsvolle Aufgabe mit Bravour! An zweiter Stelle lief Andri Schlittler, welcher wiederum an mich übergab. Dass ich überhaupt starten konnte, war im Vorfeld des Rennens allerdings nicht ganz selbstverständlich gewesen. Denn ausgerechnet am Vorabend hatte ich offenbar irgendeinen Magen-Darm-Infekt aufgelesen und daher die Nacht auf der Toilette verbracht und kein Auge zugedrückt. Da wir Schweizer keinen Ersatzläufer dabei hatten, war die Staffel auf meinen Einsatz angewiesen und ich wollte meine Partner keinesfalls im Stich lassen! Dank einigen Mitteln gegen die starken Magenkrämpfe und das Kopfweh konnte ich meinen 5 km-Abschnitt (zwar nicht extrem schnell, aber ohne Zwischenfall) über die Runden bringen und an Dario Imwinkelried übergeben, welcher in einer furiosen Schlussablösung den 5. Gesamtrang ersprinten konnte. Damit hatten wir den besten Rang einer Schweizer Junioren-Staffel aller Zeiten egalisiert und waren mega happy! Rangliste Staffel

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich beim ganzen Betreuerteam und meinen Teamkollegen für die wunderschönen 2 Wochen in Übersee bedanken. Es war ein riesiges und unvergessliches Erlebnis! Mit diesem schönen Resultat als Team neigt sich mein Abenteuer Junioren-Weltmeisterschaften in Utah langsam aber sicher dem Ende zu. Nach der Heimreise über ganze 8 Zeitzonen bin ich froh, wieder Schweizer Boden unter den Füssen zu haben 🙂

Video von Désirée Steiner:

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