Wie weiter nach dem verkorksten Saisonstart ?

Wie weiter nach dem verkorksten Saisonstart ?

Nach vielen Schneekilometern im November und einigen guten Testwettkämpfen und Intervall-Einheiten startete ich am 03. Dezember 2016 in Ulrichen in die neue Wettkampfsaison. Leider ging bei mir der Startschuss ziemlich nach hinten los: Sowohl der Sprint am Samstag (-> Rangliste) als auch das Distanzrennen am Sonntag (-> Rangliste) waren für mich ein einziger Knorz und hinterliessen eine gewisse Unsicherheit in meinen Formstand. In Absprache mit meinen Trainern entschloss ich mich denn auch, das geplante folgende Rennwochenende auszulassen und schaltete zwei Ruhetage ein. Die letzten zwei Wochen vor dem Saisonstart inklusive einem 7-tägigen Swiss-Ski Trainingslager und Schulstress schienen mir offensichtlich schlicht zu viel Energie und Kraft geraubt zu haben und daher ging ich in Ulrichen statt mit der nötigen Power eher mit einer gehörigen Portion Trägheit an den Start.

Ich war überzeugt, dass sich diese Entscheidung im weiteren Verlauf der Saison auszahlen würde und richtete meinen Fokus auf die Continental Cup Wettkämpfe in Ulrichen vom 16. bis 18. Dezember. Doch genau bei diesen Rennen kam die grosse Ernüchterung. Beim Sprint am Freitag (-> Rangliste) und beim Distanzrennen am Folgetag (-> Rangliste) kam ich wiederum überhaupt nicht auf Touren und aus diesem Grund verzichtete ich mit einem etwas komisches Gefühl auf das Skating Massenstart Rennen vom Sonntag. Auf jenes Rennen also, auf welches ich mich schon lange gefreut hatte und welches eine gute Möglichkeit für die JWM-Qualifikation dargestellt hätte.
So reiste ich am 18. Dezember nach Hause und wusste erst einmal nicht wie weiter. Die bisherigen Rennen waren eine einzige Enttäuschung, doch wie sollte ich darauf reagieren? Eines war mir schnell klar: Die Signale, die mir mein Körper sendete, waren höchst beunruhigend und ich spürte, dass mit meinem Körper etwas definitiv nicht in Ordnung war. Nach einigen Gesprächen entschloss ich mich relativ rasch, die Reissleine zu ziehen und mir zwei ganze Erholungswochen zu gönnen. Ich zeigte Symptome einer akuten Überlastungsreaktion und wollte ein bevorstehendes Übertraining mit allen Mitteln verhindern. So genoss ich über Weihnachten zwei Wochen komplett ohne Sport und stieg erst an Neujahr mit mehreren gemütlichen Skitouren (siehe Bilder unten) langsam wieder in den Bewegungsalltag ein. Für mich war dieser ganze Prozess eine komplett neue und zugleich extrem spannende Erfahrung. Ich musste lernen, dass mein Körper nicht immer selbstverständlich auf Vollgas stellen kann und dass ich anfangs Dezember wohl schlicht zu wenig erholt in die Wettkampfsaison gestartet bin.

Das grosse Saisonziel, die Qualifikation für die Junioren-Weltmeisterschaften in Park City (USA), rückte plötzlich in weite Ferne. Anstatt die Continental Cup Wettkämpfe in Slowenien oder einen Trainingsblock zu absolvieren, konzentrierte ich mich mehr denn je zuvor auf Erholung, Ernährung und die Freude an meinem Sport. Komplett abschreiben wollte ich die bevorstehenden Schweizermeisterschaften trotzdem noch nicht und so plante ich mit meinem Trainer einen sorgfältigen Aufbau für diese Rennen.

14. Januar 2017: Die Zeit war reif für mein Comeback. Beim Skating-Rennen im Rahmen des ersten Teils der Schweizermeisterschaften in Tschierv griff ich nach längerem Unterbruch erstmals wieder ins Renngeschehen ein. Und ich konnte tatsächlich noch schnell Langlaufen! Bis nach Rennhälfte lag ich gar in Führung, gegen Ende des Rennens machte sich das fehlende Training der letzten vier Wochen aber schon bemerkbar. Schliesslich reichte es für die Silbermedaille, ich war happy! -> Rangliste

Der Erfolg vom Samstag hievte mich natürlich in eine gute Ausgangslage für das Klassisch-Verfolungsrennen vom Sonntag, wo ich noch einen Rang verlor und mich schliesslich auf dem Bronzeplatz klassierte. -> Rangliste
Ich hätte wirklich nicht gedacht, mich so schnell von meinem komplett ausgepowerten Zustand erholen zu können und meine Freude wurde noch grösser, als ich einige Tage später meine Selektion für die Junioren-Weltmeisterschaften erfahren durfte! Ich konnte in den 10 Tagen seit den Schweizermeisterschaften nochmals sehr gut trainieren und fühle mich bereit für das Abenteuer JWM. Am Dienstag, 24. Januar 2017, werde ich mit der Swiss-Ski Crew in Richtung Nordamerika abfliegen und in Soldier Hollow voraussichtlich folgende Wettkämpfe absolvieren:

01. Februar 2017: Einzelstart Skating 10 km
03. Februar 2017: Skiathlon Klassisch/Skating 10/10 km
05. Februar 2017: Staffel Klassisch/Skating 4 x 7.5 km

Alle Informationen und Resultate findet ihr auf FIS-SKI oder UTAH 2017. Ich freue mich riesig auf meine ersten Weltmeisterschaften und darauf puttygen exe download , meine Erfahrungen in einem nächsten Blogeintrag mit euch teilen zu dürfen!

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